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2014 - Glenn Miller & Sauschwanzl

Vergnügliche Stimmung mit dem Wirrwarr der Nachkriegszeit

Zeitungsartikel aus der Schwabmünchner Allgemeinen von Heronymus Schneider

Bild 1 - Glenn Miller und Sauschwanzl

Theaterbühne Obermeitingen
lässt mit
„Glenn Miller & Sauschwanzl“
die Zeit nach Kriegsende
wieder aufleben.

Kaleidoskop mit Metzgerin, Flüchtlingen und US-Soldaten.

In die unmittelbare Nachkriegszeit entführt die Theaterbühne Obermeitingen ihr Publikum mit dem Dreiakter „Glenn Miller & Sauschwanzl“ von Christian Lex. Es ist die Zeit der US-Besatzung und der Lebensmittelrationierung, als „Schwarzschlachtung“ noch bestraft wurde.

Bild 2 - Glenn Miller und Sauschwanzl

Ihre heranwachsenden Kinder Hilde (Simone Pabian) und Max (Dominik Niedermeier) helfen eher unfreiwillig, aber Opa Franz (Herbert Jahn) treibt sie und die einquartierte „g’studierte Verwandte“ Erna Augustine (Andrea Schalk) zum Wursten an, obwohl es der eigentlich davor graust.

Bild 5 - Glenn Miller und Sauschwanzl

In den Rollen der US-Soldaten überzeugen Andreas Riedl und Thiemo Frosch. Die Darsteller begeistern durch gekonnte Dialektspielereien zwischen bayerisch-schwäbischem, schlesischem und amerikanischem Akzent sowie durch herrliche Situationskomik und gekonnter Verkörperung ihrer Rollen.

Die resolute Metzgersfrau Johanna Aicher (gespielt von Barbara Jacob) versucht, ihre Familie so gut wie möglich durch die schlechte Zeit zu bringen. Ihr Mann Vitus (Bernhard Jahn) ist noch in Russland vermisst. So schlachtet sie notgedrungen selbst – und das vor allem schwarz, also ohne Erlaubnis.

Bild 3 - Glenn Miller und Sauschwanzl
Bild 4 - Glenn Miller und Sauschwanzl

Der Veterinärkontrolleur Jackl Bachmeier (Dieter Reichelmeir) drückt beide Augen zu, weil er sich von Johanna nicht nur Wurstwaren erhofft. Zu alldem nistet sich auch noch die schlesische Flüchtlingsfrau Edda Hegerflint (Brigitte Jahn) ein. Dazu kommt die ständige Angst vor den Razzien der US-Army und es passiert auch prompt ein verhängnisvoller Fehler. Doch die US-Soldaten zeigen sich freundlich und es entspinnt sich nebenbei eine rührende Liebesgeschichte zwischen dem GI Fritz Thanner, der sich als ausgewanderter Einheimischer entpuppt, und der Tochter Hilde.

Gekonnte Spielereien mit unterschiedlichem Dialekt.

Bild 6 - Glenn Miller und Sauschwanzl

Regisseurin Irmgard Riedmüller und ihr Bühnenbauteam haben keine Mühen gescheut, sie bauten sogar ein Schlachthaus auf und beschafften echte Schweinehälften als Requisiten. Durch die zweigeteilte Bühne können gleichzeitig Szenen in der Küche und im Flur der Metzgerei dargestellt werden.

Bild 7 - Glenn Miller und Sauschwanzl

So wurde die Premiere am Samstagabend im voll besetzten Saal des Obermeitinger Bürgerhauses zu einer höchst unterhaltsamen Aufbereitung der sicher nicht immer so vergnüglichen Nachkriegszeit.